In den letzten beiden Monaten eines Jahres veranstaltet die Keramikerin Heidi Hartmann die "Wintergalerie". Für diese renovieren, dekorieren und betreiben wechselnde Künstler und Kreative während der Weihnachtszeit ein Ladenlokal in der Lingener Innenstadt und bieten dort ihre handgemachten Unikate an. Die Künstler sind wechselweise im Laden anwesend und geben Auskunft über ihre Werke, an bestimmten Terminen gibt es handwerkliche Vorführungen. Wir haben ein Interview mit der Initiatorin des Projektes geführt: 

 

Hallo Heidi! Du bist die Initiatorin der alljährlich durchgeführten Wintergalerie. Wie bist du überhaupt ursprünglich auf diese Idee gekommen? 

Die Grundidee war ursprünglich meine eigenen Keramiken zu präsentieren. Dafür suchte ich einen schönen Weihnachtsmarkt und musste dabei feststellen, dass es diese schönen Weihnachtsmärkte (für meine Zwecke) entweder gar nicht gibt, oder, dass die Standgebühren unglaublich teuer sind, und man außerdem sehr wetterabhängig ist – es gab also ganz viele Faktoren, die dagegen sprachen.

Etwas später fielen mir die leeren Ladenlokale in der Lingener Innenstadt auf und dabei kam mir dann erstmalig der Gedanke saisonal etwas zu mieten.

 

Von der Plötzlichkeit des Gedankens bis hin zur Realisation der Wintergalerie – wie lange hat das gedauert? 

Vom ersten Gedanken bis zur letztendlichen Durchführung ist fast ein Jahr vergangen. Da kann man von „plötzlich“ nicht mehr wirklich sprechen. 

Immer wieder spielte ich in Gedanken verschiedene Möglichkeiten durch. Mir fiel dann jedenfalls ein, dass ich ja sehr viele Künstler und Kunsthandwerker kenne, und dass ich die ja mal ansprechen könnte, ob sie sich vorstellen könnten, mit mir dieses Projekt zu machen.

Ich habe alle nacheinander besucht, habe Ihnen von meiner Idee erzählt und sie dafür gewinnen können.

  

Du hast dir für die Wintergalerie also erfolgreich  Partner gesucht – findest du zu den Künstlern, oder finden sie mittlerweile zu dir? 

Sowohl als auch. Von Beginn an hat sich eine feste Gruppe von Künstlern und Kunsthandwerkern herausgebildet, die regelmäßig mit dabei ist. Inzwischen bekomme ich auch viele neue Anfragen von Künstlern, die gerne bei uns mitmachen wollen. In diesem Jahr [Anm.: 2017] beispielsweise von Brigitte Oeldig aus Meppen. Sie repräsentiert mit ihren selbstentworfenen Kleidungsstücken, einen Bereich den wir noch nicht abgedeckt hatten. Ralf Meisel aus Lingen wurde dagegen, wegen seiner Lederarbeiten, von mir angesprochen. Damit bleiben wir, so die Hoffnung, für unsere Kunden vielseitig und Interessant.

 

Erstmalig in diesem Jahr 2017 findet die Wintergalerie ja unter einem Motto statt. Magst du uns etwas mehr darüber erzählen? 

Die Idee kam uns im Sommer während einer gemeinsamen Ausstellung bei mir zuhause im Garten. Dieser Gartenzauber findet einmal im Jahr statt. Uns fiel auf, dass einige von uns zufällig zum Thema „Bentheimer Landschwein“  etwas gearbeitet hatten, und dann haben wir uns überlegt, dass wir eigentlich alle zu diesem Thema etwas beitragen könnten, einfach weil uns dieser Gedanke gefiel – eine witzige Geschichte. Und alle, die Lust auf dieses Thema hatten, haben nun Werke unter dem Motto „das Bentheimer Landschwein“ erstellt, die nun in unserer Wintergalerie zu bewundern und zu erwerben sind. 

 

Die Wintergalerie findet alljährlich für zwei Monate statt, am Jahresende - du bietest aber auch Keramikkurse an, die gut besucht sind. Wie bist du damit gestartet? 

Also meine Keramikkurse sind sehr gut besucht und sogar meistens ausgebucht.  Während der zweimonatigen Wintergalerie biete ich allerdings keine Kurse an, nur  außerhalb dieser Zeit. Ich hatte zuerst damit angefangen, an der Kunstschule „SpuK“ in Freren Kurse zu geben, später dann auch an der Kunstschule in Lingen. Darüber habe ich einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Meine Kursteilnehmer sind mir dann gefolgt, als ich mich in diesem Jahr selbständig gemacht und mein eigenes Atelier aufgemacht habe. Und dann hat sich vieles rumgesprochen. Das war ein ziemlicher Selbstläufer.   

 

Hast du auch viele Studierende unter deinen Teilnehmern?

Leider nicht (lacht)! Nein, leider nicht!

 

Wie kommt's?

In meinen Kursen machen sowohl Kinder als auch Jugendliche mit, aber dann ist da wirklich schon so'n Bruch. Die ältesten, wenn man sie denn noch Kinder nennen darf, sind so vierzehn, und dann kommen die Leute erst wieder mit Ende zwanzig, Anfang dreißig zu mir - dieses Alter dazwischen fehlt mir wirklich, das ist richtig.

 

Ich bedanke mich für das Gespräch und wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit der Wintergalerie und bei deinen Keramikkursen! 

 

 

Weitere Infos zu Heidi Hartmanns Keramikarbeiten -und kursen findet ihr unter: traum-in-ton.de.

Hier ein Link zur Bildergalerie aus der Wintergalerie. 

Text: Jens Hartmann im Interview mit Heidi Hartmann