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I feel you. Ein Satz, den ich oft sage, aber meist nur dann, wenn mir jemand erzählt, was er gerade alles zu tun hat und wie stressig im Moment alles ist: „I feel you“ im Sinne von „Erzähl mir was Neues“.

Ein Satz, der aber eigentlich zu mehr gut ist als sich nur zu beschweren: Im Grunde geht es ja darum, sich wirklich in andere hineinversetzen zu können und Mitgefühl zu zeigen. Emphatisch sein also. Aber was genau ist Empathie eigentlich?

Laut Duden ist es die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen. Wir können uns also in die Lage unserer Mitmenschen versetzen, wenn sie uns etwas erzählen und fühlen, was sie fühlen. Selbst wenn es uns selbst gerade fantastisch geht, kann es uns also runterziehen, wenn jemand etwas Trauriges, Schockierendes oder Dramatisches erzählt. 

Manche Leute sind dabei mehr oder weniger empathisch und auch die, die grundsätzlich eher zur mitfühlenden Sorte gehören, sprühen nicht 24/7 voller Verständnis und Einfühlungsvermögen. In der Realität können wir uns vor allem mit Menschen identifizieren, die uns ähnlich sind, mit Freunden und Familie. Wenn uns dagegen jemand begegnet, bei dem wir keine Gemeinsamkeiten finden, gestaltet sich das Ganze schon schwieriger. Trotzdem können wir Empathie antrainieren. Vielleicht nicht ganz so einfach wie Fahrradfahren ohne Stützräder, aber es geht.  

Wie? Indem wir über unseren Schatten springen und uns mit anderen unterhalten. Und wenn wir damit fertig sind, unterhalten wir uns nochmal mit ihnen. Am besten mit Menschen, die wir nicht kennen und über die wir etwas Neues lernen können. Aber auch in Freundschaften, innerhalb der Familie oder in einer Beziehung können wir Empathie trainieren. Dabei lernen man nicht nur etwas über die Menschen und ihr Leben, sondern im besten Fall auch etwas über sich selbst. 

 

Ich wünsche euch einen schönen Tag, eure Vicky