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Hallo aus dem Untergrund! Wir sind wieder da — das heißt, es gibt wieder wöchentlich eine neue Ausgabe von #gutenmorgenlingen! 

Das heißt aber auch, dass das süße Leben jetzt vorerst wieder auf Eis gelegt wird. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich jeder Tag wie Sonntag anfühlt und jegliche Verpflichtungen der Vergangenheit angehören. Zumindest stelle ich es mir so vor, wenn ich das Wort „Semesterferien“ höre. Realistisch gesehen war die Mehrheit von uns doch (einigermaßen) produktiv und hat sich der beruflichen Zukunft gewidmet: Praktikum, Arbeiten, Geld verdienen. 

Ob wir uns jetzt alle über den Semesterstart freuen oder uns lieber noch länger dem Nichtstun, Reisen oder dem Arbeitsleben gewidmet hätten, sei mal dahingestellt. Die folgenden Gedanken sind aber bestimmt schon jedem von uns mindestens einmal durch den Kopf gegangen, sobald wir die ersten Tage auf gesegnetem Boden, aka den Steinfliesen in der Hochschule, verbracht haben. 

 

1. „Dieses Semester wird alles anders!“
Jetzt aber wirklich! Wir nehmen uns vor, akribisch jede Vorlesung zusammenzufassen und ordentlich abzuheften, sodass wir kurz vor den Klausuren alles nur noch durchlesen müssen und direkt wieder im Kopf haben. Ganz ehrlich, bei wem hat das jemals geklappt?! Aus Fehlern lernt man wirklich — aber halt erst in der Prüfungsphase. Und wie der meiste Lernstoff ist auch dieser Vorsatz spätestens im nächsten Semester wieder vergessen.

2. „Warum habe ich das gewählt?“
Während die Anmeldephase läuft, klingt es noch vollkommen logisch, das Modul um acht Uhr morgens zu wählen: „Klar, es ist früh, aber dafür hat man den ganzen Tag noch vor sich, da muss ich dann halt mal durch.“ Wer’s glaubt — spätestens nach zwei Wochen sitzen wir entweder im Halbschlaf, in einer Pfütze aus Selbstmitleid badend im Seminar oder haben es (ob beabsichtigt oder nicht) verschlafen. 

3. „Vielleicht kommt die Mensa ja dieses Semester näher an einen Michelin-Stern ran.“
Nach dem fünften Schnitzel mit Jus würden wir mittags gerne mal einen frischen Salat essen. Zuhause essen kommt trotzdem nicht in Frage — viel zu viel Aufwand. Und so bleiben wir jeden Tag doch in der Mensa hängen, weniger wegen des Essens als wegen der Leute, mit denen wir essen. Und wegen des Kaffees. Und der Süßigkeiten. 

4. „Eigentlich ist es doch gar nicht so schlecht, wieder hier zu sein.“
Freunde, die wir drei Monate nicht gesehen haben, sind endlich wieder alle zusammen und wir können die lange Trennung ohne minutenlange Sprachnachrichten aufarbeiten, können etwas unternehmen, feiern und manchmal sogar lernen. Im Endeffekt ist Studieren doch gar nicht so übel.

 

 

Ich wünsche euch einen erfolgreichen Semesterstart, eure Vicky