Welche Uni hast du in England besucht und wieso hast du dich exakt für diese Uni und das Land im Allgemeinen entschieden?

Ich habe in England die Leads Beckett University besucht und mich aus mehreren Gründen für dieses Land entschieden: Erstmal hatten wir jetzt nicht die größte Auswahl an Partneruniversitäten, außerdem hat mich England immer interessiert und fasziniert. Da wollte ich schon immer mal studieren und auf jeden Fall wollte ich in ein englischsprachiges Land. Ansonsten wäre ich natürlich auch ganz gerne nach Australien gegangen oder nach Südafrika, da ich aber kein Auslands-Bafög bekommen habe, ist es letztendlich England geworden. Zudem bekam ich eine Zusage für einen freien Erasmus-Platz und somit stand meine Entscheidung dann endgültig fest.

 

In welchen Schritten hast du dir das Auslandssemester organisiert und hast du dabei die Hilfe des Facility Offices in Anspruch genommen oder alles auf eigene Faust organisiert?

Schon im ersten Semester habe ich einen Termin im International Faculty Office wahrgenommen, um von vornherein ein paar Sachen durchzugehen. Im Bewerbungszeitraum habe ich mich erstmal nicht beworben, da ich dachte, es bewerben sich sehr viele Studenten für England. Nach der Bewerbungsfrist kam dann eine E-Mail in der stand, dass leider keine Bewerbung eingegangen ist und man die Chance doch nutzen sollte. Dann hab' ich mir gedacht, dass ich es vielleicht doch versuchen sollte. Einen Tag nach dem Versenden der Bewerbung wusste ich, dass ich den Platz habe. Es hatte sich mal wieder kein anderer beworben. Ansonsten habe ich immer zwischendurch Kontakt mit dem International Faculty Office gehabt. Hinterher lief aber auch ganz viel über die Partneruni in England. Die haben mir mit der letztendlichen Organisation sehr gut geholfen.

 

Wie sah deine Wohnsituation aus und wie waren deine Erfahrungen damit?

Ich habe mich letztendlich für ein Zimmer in einem Studentenwohnheim entschieden. Anfangs habe ich noch gedacht, privat etwas zu suchen, aber um ehrlich zu sein war die Variante Studentenwohnheim natürlich um einiges einfacher. Und ich habe mir gedacht, da findet man leichter Anschluss an das Erasmus-Studentenleben, als wenn ich mir eine Wohnung weiter außerhalb suche. Mir war's auch ziemlich wichtig, dass ich keinen weiten Weg zum Campus habe.  Dort hatte ich dann ein eigenes Zimmer mit eigenem Bad, die Wohnung hab ich mir dann aber noch mit fünf anderen geteilt. Meine Erfahrung damit war sehr gut. Es war genau das richtige Studentenwohnheim, ich hatte super Mitbewohner und nur fünf Minuten zu Fuß zum Campus. Es war perfekt, aber natürlich nicht ganz günstig. Es hat sich trotzdem gelohnt.

 

Wie verbrachtest du so deine Freizeit in England?

Ich hatte nicht viele Vorlesungen und musste nur an zwei Tagen in der Woche zur Uni. Es war aber so, dass ich in der Freizeit noch ziemlich viel für die Uni machen musste. Ansonsten durfte der Tee mit meinen Freunden nicht fehlen. Ich habe mir die Stadt angeschaut oder hab ziemlich viel mit den Freunden, die ich dort kennengelernt habe, unternommen. Man konnte auch mal nichts machen und einfach nur entspannen. Irgendwer hat trotzdem immer in den WhatsApp-Gruppen nachgefragt, ob man etwas unternehmen möchte. Rumgereist bin ich natürlich auch, meist am Wochenende.

 

Wie waren deine Kommilitonen, Mitbewohner, allgemein die Bekannten, die du dort kennengelernt hast?

Meine Kommilitonen waren an sich ganz nett, die waren aber auch meist gebürtige Engländer. Mit denen hatte man im Endeffekt weniger zu tun. Die hatten natürlich alle schon ihre Freundeskreise, das war mir aber von Anfang an auch bewusst. Von daher hatte ich eher was mit den internationalen Studenten zu tun. Meine Mitbewohner waren toll: zwei kamen aus der Türkei, einer kam aus Indien, eine aus Finnland und noch eine aus England. Wir waren also sehr bunt gemischt. Die Freunde, die ich dort kennengelernt habe, die vermisse ich jetzt schon sehr. Wir waren eine Truppe aus 15 Mädels aus aller Welt. Das war eine richtig gute Zeit.

 

Hast du einen Kulturschock erlitten?

So etwas hatte ich eher weniger. Ich war schon in anderen Ländern, in denen ich einen enormeren Kulturschock erlebt habe. Es war sehr westlich und sehr europäisch in England. Dementsprechend hatte ich keinen großen Kulturschock.

 

Was war dein bestes Erlebnis in England?

Das waren definitiv die Wochenendtrips mit meinen Mädels, die ich dort kennengelernt habe. Oder Tagesausflüge, die ich mit einer Freundin gemacht habe. Super schön war ein Ausflug an die Ostküste nach Scarborough. Die Trips nach Dublin und Edinburgh waren auch klasse. Mit Freunden aus Deutschland bin ich in den Lake District National Park gefahren, das war auch toll. Aber auch die Abende mit meinen Freunden, die ich dort hatte, waren entspannt: zusammen kochen, Filme gucken, feiern gehen.

Ich hatte nicht das beste einmalige Erlebnis, die Zeit in England allgemein war super. Und diese Zeit möchte ich nicht missen. Ich kann nur allen empfehlen: Geht auf jeden Fall ins Ausland. Ihr werdet es definitiv nicht bereuen.

 

Text: Max Halupczok

Foto: © Razorlax/Wikicommons